Sonntag, 25. März 2012

Welche Fehler Singles häufig machen


Singles leicht gemacht

Michael Mary über die Ego-Fallen von Singles und die Lösungen


In Zeiten des World Wide Web könen mühelos einfach
Parterschaftsanzeigen geschaltet werden. Es funktioniert
fast wie an der Börse. In Sekundenbruchteilen wird sortiert,
analysiert, angebahnt und wieder aussortiert. Zurück bleiben
frustrierte Langzeitsingles, die mit Check-Listen im Kopf
an potientielle Partner herangehen. Welche Fehler sie bei
ihrer Suche mchen, dürfte den wenigsten dabei bewusst sein.
Doch die Fallbeispiele, die der erfahrene Paarberater Michael
Mary in seinem Ratgeber "Wo bist du und wenn nicht, wieso?"
auflistet, sind sehr skurril. Die eine Frau sortiert einen
Mann aus, weil er weiße Socken trägt. Ein Mann beendet eine
Liaison, weil die Herzensdame nicht rasiert ist. Übertriebene
Erwartungen töten jedenfalls die Leidenschaft und die Annäherung.
Marie will einen attraktiven, zuvorkommenden, wohlhabenden
Mann, der sie finanziell entlastet. Marie versucht zudem in
Beziehungen, den Partner nach ihrem Bilde zu formen. Eine
Vorgehensweise, die schief gehen muss. Wo sonst, wenn nicht
in einer Liebesbeziehung dürfen wir so sein, wie wir sind.
Mit all den Schwächen und Fehlern. Wenn sich suchende Singles
verabreden, messen sie oft jedem Wort, jeder Geste eine immense
Bedeutung zu. Sie interpretieren anstatt nachzufragen und beenden
Kontakte sehr schnell wieder aufgrund von dieser harten Vorurteile.
Der falsche Nagellack, unterschiedliche Ansichten über Einkünfte,
die "falsche" Körpergröße oder der Akzent sind bei Langzeitsuchenden
schon Ausschlusskriterien. Anstatt einfach ohne jede Erwartung
aufeinander zuzugehen, sich zu offenbaren und bei Missverständnissen
nachzufragen, ziehen diese Singles einfach weiter. Und bleiben
in einer Falle der Einsamkeit stecken. Michael Mary rät zum Wundern
und Staunen über die Andersartigkeit des anderen. Er weiß dass
Unterschiede für eine Partnerschaft wichtig sind. Und dass Liebe
und Zuwendung nicht künstlich oder willentlich erzeugt werden können.
Verliebte sind blind für die Schwächen des anderen. Rational suchende
Singles sind das leider nicht. Gnadenlos sezieren sie den anderen,
scannen ihn und pressen ihn in ein Raster. Die Fallbeispiele zu den
Kapiteln sind in rosa Kästen eingefasst und geben eine gute Hilfestellung
in Sachen Absurdität der Kritikpunkte. Marie brach einen Kontakt zu
einem Mann ab, weil er ihr im Resaurant nicht die Tür aufgehalten hat.
Der Autor tritt auch als Coach auf, indem er Raum für eigene
Reflexionen bietet. Zum Beispiel zu eigenen "wunden Punkten" und den
Reaktionen darauf. Als Training gegen vorschnelle Interpretationen
schildert er Szenen aus fiktiven Treffen wie mit einem Mann, bei dem
pausenlos das Handy klingelt. Die eigenen drei Deutungsmöglichkeiten
können im Buch notiert werden. Mary gibt selber auch Beispiele dafür
mit je einem möglichen Fazit. Es macht also Sinn, besser nachzufragen,
als vorschnell zu urteilen. Michael Mary's Rezept für eine Beziehung
ist ganz einfach: am besten auf gar keine bewusst zusteuern, sondern
einfach Beziehungen pflegen. Schlussendlich entscheiden die Gefühle -
ganz unbewusst.
Ein überraschend progressives Arbeitsbuch mit lockerem Unterton. Nach
der Lektüre fühlt sich sicher jeder Single erleichtert und sieht alles
mit einem Augenzwinkern.
(c) Corinna S. Heyn


Michael Mary,
Wo bist du und wenn nicht, wieso?
Wie Sie den passenden Partner finden, ohne ihn zu suchen.
Gräfe und Unzer 2011.
Preis: 14,99 Euro
www.gu.de